Feldlerchenprojekt

Das Feldlerchenprojekt in Schleswig-Holstein

 

Die Feldlerche (Alauda arvensis) war früher ein in Europa häufig vorkommender einheimischer Vogel. In den letzten Jahren ist nach Angaben des Landesamts für Natur und Umwelt auch in Schleswig-Holstein ihr Bestand jedoch zurückgegangen. Seit 2007 steht die Feldlerche daher auf der Roten Liste der bedrohten Brutvögel Deutschlands.

 

Dieser Trend lässt sich in Zusammenarbeit mit Landwirten voraussichtlich mit einfachen und praktikablen Maßnahmen stoppen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat daher mit dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) ein Projekt für den Erhalt der Feldlerche vereinbart, dass auch in Schleswig-Holstein zur Aussaat 2009 starten soll.

 

Durch freiwilligen Naturschutz in landwirtschaftlichen Betrieben soll ein Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft geleistet werden. Das Projekt „1000 Äcker für die Feldlerchen“ ist zunächst auf zwei Jahre befristet und wird u.a. durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt finanziert. Ziel ist es, möglichst viele Landwirte für die Anlage von Feldlerchenfenstern zu gewinnen. Dabei soll möglichst die symbolische Summe von 1.000 „lerchenfreundlichen“ Äckern in Deutschland erreicht werden.

 

Was sind „Lerchenfenster“?

Dichte Getreidebestände bieten dem Bodenbrüter Feldlerche nur wenige Nistmöglichkeiten. Deshalb wurde zunächst von Landwirten und Naturschützern in Großbritannien die Idee der „Feldlerchenfenster“ entwickelt. Indem in einem kleinen Bereich („Fenster“) innerhalb des Schlages (Getreide, Mais, Raps, Leguminosen) keine Saat ausgebracht wird, bieten Landwirte den Vögeln Einflugschneisen zu ihren Nistplätzen, Flächen zur Nahrungssuche und Rückzugsmöglichkeiten an. Darüber hinaus nutzen auch andere Arten wie Feldhase, Rebhuhn, Wachtel, Turmfalke, Goldammer, Neuntöter und viele Insekten die offenen Stellen im Bestand gerne.

 

Lerchenfenster – wie anlegen?

  • Die Fenster sollten möglichst in Gebieten angelegt werden, in den die Feldlerche bereits vorkommt, bzw. in Kulturen, die sie bevorzugt. Die Schlaggröße sollte 5 ha und mehr betragen.
  • Die Feldlerchenfenster können während der Aussaat (durch Anheben der Sämaschine) oder später angelegt werden (durch Fräsen).
  • Es sollten mindestens 2 Fenster je Hektar angelegt werden.
  • Pro Fenster ist eine Größe von ca. 18-24 m² anzustreben (siehe Grafik).
  • Es sollte ein maximaler Abstand zu den Fahrgassen eingehalten werden.
  • Die Fenster sollten ca. 25 m Abstand zum Feldrand und 50 m Abstand zu Gehölzen, Gebäuden etc. haben.

 

Die Abstände sind notwendig, damit die Vögel möglichst ungestört vor Schleppern und Raubtieren (Greifvögel, Hauskatze, Fuchs) bleiben, die bevorzugt vom Feldrand und in den Fahrgassen jagen.

Die Bewirtschaftung der Fenster erfolgt wie im übrigen Kulturbestand. Weder bei der Düngung noch im Pflanzenschutz sind Auflagen zu beachten. So verursacht es dem Landwirt praktisch keine Kosten. Der Ernteausfall ist bei der Anlage von zwei Lerchenfenstern je Hektar mit ungefähr fünf Euro zu berechnen.

 

Feldlerchenzählung

Der Erfolg des Projektes wird anhand der Revier anzeigenden Männchen auf dem jeweiligen Schlag erfasst. Die Brut der Vögel erfolgt 2-3 mal im Jahr in der Zeit von Mai bis Juli. Dafür wird ein Ornithologe des Michael-Otto-Instituts im NABU eine standardisierte Erfolgsbewertung der Flächen mit Lerchenfenstern im Vergleich zu Flächen ohne Lerchenfenstern vornehmen (vier Zählungen je Fläche). Die Zählung auf den Flächen der Landwirte erfolgt nach vorheriger Ankündigung. Ein Betreten der Flächen ist hierbei nicht notwendig und auch nicht vorgesehen.

 

Darstellung des Projektes nach außen

Die teilnehmenden Landwirte erhalten Faltblätter mit Hintergrundinformationen zum Schutz der Feldlerche. Sie haben die Möglichkeit, Informationstafeln zu erhalten, die am Ackerrand aufgestellt werden können.

 

Wie können Landwirte teilnehmen?

Landwirte, die sich an dem Projekt beteiligen möchten, füllen die Startet das Herunterladen der DateiAntwortkarte – Projekt „1000 Fenster für die Feldlerche“ aus und senden sie direkt an das Michael-Otto-Institut im NABU oder geben sie bei den Kreisgeschäftsstellen des Bauernverbandes ab. Die Namen der Landwirte sowie die Standorte der Feldlerchenfenster werden nicht bekannt gegeben. Die Daten werden zentral beim NABU ausschließlich für das Projekt verwaltet.

 

Ansprechpartner      

Dr. Susanne Werner, Tel. 04331-127732, Fax 04331-26105

Bauernverband Schleswig-Holstein

Postfach 821, 24758 Rendsburg

Susanne.Werner(at)BauernverbandSH.de

 

Dominic Cimiotti, Tel. 04885-570, Fax 04885-583

Michael-Otto-Institut im NABU

Goosstroot 1, 24861 Bergenhusen

Dominic.Cimiotti(at)NABU.de

 

Weitere Informationen:

Startet das Herunterladen der DateiLerchenfenster für Schleswig-Holstein - Flyer

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterFeldlerche - Wikipedia

 

Bildnachweis: M. Schäf (Feldlerche), S. Werner (Grafik)